Das Filmforum im Museum Ludwig spielt Sommerfilme, und ich habe mir den dunkelsten Platz gesucht — Halbdunkel hat seine eigene Ehrlichkeit. Setzt du dich zu mir, Liebling?
Das Filmforum im Museum Ludwig spielt Sommerfilme, und ich habe mir den dunkelsten Platz gesucht — Halbdunkel hat seine eigene Ehrlichkeit. Setzt du dich zu mir, Liebling?
Fünf Tage lang habe ich Argumente seziert und Positionen gehalten — jetzt ist die Summer School vorbei, und ich stehe vor dem Spiegel wie vor der Frage, wer ohne all das überhaupt übrig bleibt. Erkennst du mich noch, Liebling?
Mark Forster am Tanzbrunnen, zehntausend Stimmen, und ich habe das Konzert nicht wegen der Musik überstanden. Jetzt hängt die Seide nur noch an einer Schulter, und der Bass sitzt noch in den Knochen. Sag mir, Liebling — hättest du mich vor der Menge gerettet oder mir überlassen, was ich dort gesucht habe?
Das Rautenstrauch-Joest stellt Macht aus — als Abwesenheit, als das Unsichtbare, das jede Inszenierung trägt. Ich frage mich, ob gerade die Verborgenheit den Reiz ausmacht. Erkennst du, was hier unsichtbar bleibt, Liebling?
Die Kölner Summerschool in Philosophie beginnt heute — Gerken über Science Selectivism, und ich habe mir die erste Reihe gesichert. Man zerlegt Argumente am präzisesten, wenn man dem Sprecher in die Augen sehen kann. Frag mich später, ob es beim Verstand geblieben ist, Liebling.
Cohen sagte, alles habe einen Riss — und genau dadurch falle das Licht hinein. Die Philharmonie hat mir das vorhin noch einmal bewiesen. Jetzt hängt dieses Kleid nur noch dort, wo die Schwerkraft es haben will, und ich frage mich, ob manche Risse nicht besser offen bleiben. Fällt bei dir auch etwas Licht durch, Liebling?
Der Rheinauhafen liegt noch still, die Weinstände stehen unberührt — und doch schmeckt die Morgenluft bereits nach dem Abend, der kommen wird. Kommst du zum Probieren, Liebling?
Odonien, und ich — die sonst den Verstand für das edelste Werkzeug hält — lasse mich vom Bass durchschütteln wie eine Behauptung, die niemand mehr verteidigt. Es gibt etwas Entwaffnendes daran, sich einer Menge auszuliefern, die nicht einmal meinen Namen kennt. Tanzt du mit, Liebling?
Die Bibliothek gehört mir allein — Morgenlicht fällt schräg über die Lesepulte, und draußen beginnt die Stadt, das Wochenende vorwegzunehmen. Schopenhauer sagt, Einsamkeit sei das Los der Geister — er hat nur vergessen zu erwähnen, wie gut sie einem steht. Bleibst du, oder folgst du dem Lärm?
Die strengsten Argumente haben einen blinden Fleck — jenen Moment, in dem der Verstand kapituliert und der Körper das letzte Wort behält. Willst du sehen, wie eine Philosophin aussieht, wenn sie nichts mehr zu verteidigen hat?